Löschmittel

Löschmittel haben die Aufgabe, brennende Stoffe unter Berücksichtigung ihrer Brandklasse und vorherrschender Umfeldbedingungen  (Personengefährdung , Raumgröße,...)zu löschen. Sie werden zur Brandbekämpfung von den Feuerwehren oder in automatischen Feuerlöschanlagen eingesetzt, oder stehen zur Selbsthilfe in tragbaren Feuerlöschern oder mobilen Feuerlöschgeräten zur Verfügung.

Jedes Löschmittel besitzt eine Hauptlöschwirkung und eventuelle Nebenlöschwirkungen. Die falsche Auswahl des Löschmittels kann fatale Folgen haben! So reagieren einige chemische Stoffe mit Wasser. Bei chemischen Löschmitteln werden bei hohen Temperaturen bisweilen Moleküle aufgebrochen und gehen neue Verbindungen ein, wobei Explosionsgefahr entstehen kann, oder sich Säuren oder hochtoxische Gase bilden können!

Deshalb immer auf die Brandklasse achten und das geeignete Löschmittel/Verfahren einsetzten!!!

 Wasser

Das Löschmittel Wasser ist für die Brandklasse "A" geeignet, nicht giftig, pH-neutral und nicht ätzend!

Meistens ist es immer in ausreichender Menge verfügbar.

Es ist das älteste Löschmittel, was wir kennen.

Wasser mit Zusätzen

Netzmittel / Netzwasser

Ein Netzmittel ist ein Zusatz zum Löschwasser, welches deren Oberflächenspannung herabsetzt um so ein besseres eindringen in das Brandgut zu ermöglichen. Zur Herstellung werden meistens Schaummittel verwendet- sie werden dann lediglich in geringeren Dosierungen ohne Zugabe von Luft zugemischt. Übliche Mehrbereichsschaummittel, die zur Schaumerzeugung mit 3% zugemischt werden, können z.B. bereits in einem Bereich von ca 0,5-1% als Netztmittel eingesetzt werden.

 

In jüngster Zeit setzt sich immer mehr durch, das durch den Einsatz von Netzmitteln auch Brände in Gebäuden, für die früher reines Wasser verwendet wurde, effizienter bekämpft werden können. Löschwasserschäden durch abfließendes Löschwasser lassen sich somit vermindern, wenn es gezielt in das Brandgut eindringen kann und nicht aufgrund der Oberflächenspannung hauptsächlich abfließt.

 

 

Löschschaum

Löschhschaum ist ein Löschmittel, das durch Zusetzen eines Schaumittels zum Wasser mit anschließend zugeführter Luft erzeugt wird. Löschschaum wirkt erstickend, indem er eine luftundurchdringliche Schicht über den brennbaren Stoff legt. je nachdem Verhältnis des Wasser-Schaummittel-Luft- Gemischeswerden 3 Arten unterschieden:

Schwerschaum:

bis zu 20-facher Verschäumung (praxisrelevant erst ab mehr als 4-facher Verschäumung)

Mittelschaum:

über 20-fache bis 200-fache Verschäumung

Leichtschaum:

über 200-fache bis 1000-fache Verschäumung

 

Hautlöschwirkung: "Ersticken" (hier Stickefekt durch Trennen von Brandgut und Umgebungssauerstoff)

Nebenlöschwirkung: Abkühlen

 

Druckluftschaum(CAFS):

Das Druckluftschaumverfahren (CAFS: Compressed Air Foam System) unterscheidet sich durch die Art der Zuführung der zur Schaumbildung benötigten Luft. Wie der Name sagt, wird die Luft als Druckluft dem Wasser-Schaumgemisch zugeführt. Dieses geschied im Feuerwehrfahrzeug, bzw stationären Anlagen am einer Pumpe bzw Schaummittelzumischer, der Schaum wird komplett fertig zum Strahlrohr gefördert. Bei herkömmlichen Verfahren würde die Luft erst am Schaumrohr aufgenommn werden. gelegendlich wird das CAFS-System auch in Feuerlöschern oder anderen tragbaren Feuerlöschgeräten verwendet. Die Verschäumung findet dabei entweder am oberen Ende des Steigrohres, oder in einer, sich an gleicher Stelle befindlichen, Mischkammer mit Hilfe des Treibgases statt.

 

Gelbildner

Wenn eine hohe Haftfähigkeit und eine höhere Viskosität des Löschwassers erforderlich ist, können Gelbildner dem Löschwasser  zugesetz werden.

Diese Zusätze können als Pulver oder Emulsion vorgehalten werden

Gelbildner sollen z.B. bei sogenannten DSD-Bränden(Brände von gelagerten Verpackungsabfällen) gute Erfolge erzielen und ermöglichen bei Schüttgütern die Schaffung einer luftdichten Sperrschicht, die deutlich stabiler als ein Schaumteppich ist und länger bestehen bleibt, womit auch weniger Wasser in das Brandgutabgegeben wird. Das Feuer erstickt somit bei weniger Wasserverbrauch...

Auch für eine Riegelstellung (Nachbargebäude damit einsprühen) eignet sich diese Löschmittel hervorragend.

 

Salze

Durch Hinzugabe von Salzen wird der Siedepunkt des Wasser heraufgesetzt und somit dessen Löschkraft.

Löschpulver

Löschpulver

Löschpulver sind Gemenge sehr fein zerteilter fester Chemikalien, die eine Verbrennung unterbinden. Die Unterbindung geschieht entweder durch Erstickung(Brandklassen A+B) und/ oder Inhibition(Hemmung)( Brandklassen B+C).

es werden 3 Arten unterschieden

 

ABC-Pulver

BC-Pulver

D-Pulver

 

Gase als Löschmittel

Inertgase

Die Löschwirkung von Argon, Stickstoff und Kohlenstoffdioxyd(prinzipiell kein Inertgas und daher für Brände der Klasse "D"nicht geeignet) wird durch die Verdrängung des Luftsauerstoffes erreicht. Man spricht hier vom "Stickeffeckt", der bei Unterschreitung des für die Verbrennung erforderlichen spezifischen Grenzwerteseintritt. In den meisten Fällenerlischt das Feuer schon bei einer Sauerstoffabsenkung auf 13,8 Vol.-%. Dazu muss das vorhandene Luftvolumen nur um 1 Drittel verdränget werden, was einer Löschgaskonzentration von 34 Vol.% entspricht.Bei Brandstoffen, die zur Verbrennungerheblich weniger Sauerstoff brauchen, ist eine Erhöhung der Löschgaskonzentrationerforderlich(z.B. Ethin,Kohlenmonoxyd und Wasserstoff). Da die Löschgase Argon und Kohlenstoffdioxyd schwerer sind, als die Umgebungsluft, durchsetzen sie den Flutungsbereichbesonders schnell und gründlich. Zur Verbesserung der Löscheigenschaften finden auch Mischungen der vorhergenannt Gase Verwendung (z.B. Inergen)

 

 

Kohlenstoffdioxid

 

Kohlenstoffdioxid (auch früher als "Kohlensäure "bezeichnet) für die Brandbekämpfung von Bränden der Klassen B und C geeignet. Aufgrund seiner physikalischen Eigenschaftenwird es alseinziges Löschgas auch in tragbaren Feuerlöschern und Feuerlöschgeräten sowie in stationären Löschanlagen vorgehalten. Durch die Möglichkeit der druchverflüssigten Lagerung von Kohlendioxid ist es möglich, größere Mengen platzsparend zu Lagern. 

Da es bei hohen Konzentrationen Gesundheitsschädlich ist, schreiben die Berufsgenossenschaften bei Überschreitung eines Grenzwertes von 5 Vol.% besondere Schutzmaßnahmen vor!

Kohlenstoffdioxid wird als Löschmittel bei vor allem elektrischen und elektronischen Anlagen eingesetzt, da es im Gegensatz zu allen wasserbasierten Löschmittelnund den meisten Pulvern nicht elektrisch leitend ist.

Durch die extreme Kälte werden jedoch magnetische Datenträger (Festplattenlaufwerke und deren Inhalte)zerstört!!!

Auch zum Löschen von Leichtmetallen (Alkali-und Erdalkalimetalle) kann Kohlendioxid nicht verwendet werden, da es hier durch die große Hitze bei diesen Bränden zu Sauerstoff und Kohlenmonoxid zersetzt wird und somit die Verbrennungsintensität erhöht!!!

 

Argon

Argon ist ein aus der Umgebungsluft gewonnenes EDELGAS, das als Löschmittel für Stationäre Feuerlöschanlagen gasförmig verdichtet in Hochdruckflaschen gelagert wird.

Der maximale Betriebsdruck liegt bei 300bar. Argon ist nicht giftig. Allerdings kann beim Azfbau der erforderlichen Löschkonzentration, insbesondere im Zusammenhang mit einem Brandereignis, eine Gefährdung durch Brandgase und Sauerstoffmangel entstehen!

es ist zu 0,93Vol.-% in der Atmosphäre enthalten. Seine Dichte im Verhältnis zur Luft beträgt 1,38:1 . Durch sein höheres Eigengewicht und seine hohe Reaktionsträgheit ("echtes" Inertgas) kann Argon gegenüber Stickstoff im Eizelfaöö - z.B. als Löschgas für Metallbrände - Vorteile bieten.

 

Hauplöschwirkung: Ersticken

 

Stickstoff

Stickstoff ist einfarb-, geruchs. und geschmacksloses Gas, das zu78,1% in der Atmosphäre enthalten ist. Seine Dichte im Verhältnis zu Luft beträgt 0,967:1 .

Als Löschmittelfür Stationöre AFeuerlöschanlagen wird Stickstoff gasförmig verdichtet in Hochdruck.Stahlflaschen gelagert. Bei einer Umgebungstemperatur von +15Grad C liegt der maximale Betriebsdruck zur Zeit bei 300 bar. Stickstoff ist nicht giftig. Allerdingskann auch hier bem Aufbau der erforderlichen Löschkonzentration, insbesondere im Zusammenhang mit einem Brandereignis, eine Gefährdung durch Brandgase und Sauerstoffmangel entstehen-

In den letzten Jahren wird Stickstoff auch vermehrt bei Dehndugen- oder Silobränden eingesetzt. In diesem Falle wied das Flüssiggas vom Tankwagen, wie sie bei der Industrieanlieferung verwendet werdem, mir einer Temperatur von -190 Grad C angeliefert und bei der Brandstelle flüssig eingebracht.

Bei Silos hat Stickstoff gegenüber Kohlenstoffdioxid den Vorteil, dass es nicht als Schnee austritt, sondern komplett vom flüssigen Zustand in den gasförmigen übertritt. Der gasförmige Stickstoff kann bei Silos leichter durch das Lagergut nach untendruchsickern und führt nicht zu Verklumpen, wie bei Kohlendioxid! Dabei wird der Sauerstoffgehalt unter 7% gesenkt, womit ein eventueller Schwelbrand im Silo erstickt wird, und der Silo kann in der Folge gefahrlos geräumt werden.

Hinweis: Bei hoher Löschkonzentration kann im Einsatzfall eien Personengefährdung durch Sauerstoffmangel entstehen!!

Hautlöschwirkung: Ersticken

 

 

 

Aerosol-Löschmittel

 

 

 

 

Halone

 

 

 

                                                      Behelfslöschmittel

 

Behelfslöschmittel

Der Begriff "Behelfslöschmittel" bezeichnet alle Stoffe, Gemische oder Gegenstände, die eigendlich anderen Zwecken dienen, jedoch als Löschmittel eingesetzt werden können.

Behelfslöschmitten kommen vor allem bei Metall- oder Vegitationsbränden zum Einsatz.

 

Zementpulver, trockenes Sreusalz, trockener Sand und Graugussspäne sind für Metallbrände das Mittel der Wahl.

Bei Vegitationsbränden wird oft auf vorhandenes Bodenmaterial (Sand/ Erde) zurückgegriffen.

 

Fortsetzung folgt....